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... und danke für den Fisch


20.03.17 11:27 Alter: 273 Tag(e)

VON: BAR

 

Am vergangenen Samstag hat das Traditionsgeschäft Fisch-Hampe zum letzten Mal die Türen des kleinen Eckladens am Schmuckplatz geöffnet, der nicht nur Lindenerinnen und Lindener seit mehr als 100 Jahren mit hochwertigen, frischen Zutaten aus Binnen- und Hochseegewässern versorgt hat. Das Geschäft war noch einmal rappelvoll, die Ware schnell vergriffen. Viele Kundinnen und Kunden waren sichtlich bewegt, bei manchen flossen sogar Tränen. Grund der Schließung war aber nicht mangelnde Nachfrage.

 

 

Detailierte Informationen konnte man bereits am Wochenende in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) und im Vorfeld auf der Website hallolindenlimmer.de erfahren. Zusammengefasst waren überwiegend bürokratische Hürden, sowie kompromissfreie städtebauliche Gleichmacherei die Hauptgründe für die Schließung eines der letzten inhabergeführten Fischgeschäfte im Stadtgebiet. 

Das Dilemma begann bereits mit dem Umbau des Schmuckplatzes 1996. Lange Zeit war der Platz eine Verkehrsinsel, auf der sich ein wenig attraktiver und daher nur leidlich frequentierter Spielplatz befand. Aufgrund hoher Schadstoffbelastungen wurde der Spielplatz gesperrt und das kleine Areal verwahrloste zunehmend. Ein Umbau war nachvollziehbar und notwendig.

Hier aber fehlte es den Stadtplanern augenscheinlich am nötigen Pragmatismus oder an kreativen Ideen, die sowohl Bürgerwünsche, Verkehrsteilnehmer als auch Geschäftsbetreiber ausreichend miteinbezogen: Der Platz wurde im Prinzip lediglich platt gemacht, vergrößert und zugepflastert. Die Vergrößerung betraf ein etwa 50 Meter langes Stück der Ahlemer Straße. Nicht allzu bedeutend für eine Verkehrsentlastung, aber bedeutend für Fisch-Hampe, denen wertvolle Halteplätze für Kundschaft und Lieferanten verloren gingen.

Dieses Opfer hätte wohl jeder bereitwillig zugunsten einer Aufwertung und Belebung des Schmuckplatzes gebracht. Aber dazu ist es nie gekommen. Der Schmuckplatz ist als zentraler Treffpunkt, Flanierzone oder Ruhestätte einfach nicht geeignet: Zu klein, zu abgelegen und direkt am Kötnerholzweg auch ungemütlicher als andere Areale in Linden-Nord. Zudem beherbergt der Platz ein Verteilerhäuschen der Stadtwerke und wird als Sammelstelle für Altglas und Altkleidung häufig für die illegale Entsorgung von Sperrmüll genutzt. Außer gelegentlich wartenden Kunden eines Buchmachers hält sich hier kaum jemand auf. Statt einer Belebung erfuhr der Schmuckplatz eine Verödung. Fisch-Hampe selbst versuchte zusammen mit anderen ansässigen Betrieben, das kleine Areal mit verschiedenen Aktionen zu vitalisieren: Als Initiatoren des jährlichen Matjes-Festes oder durch die Stiftung von Skulpturen des Künstlers Wolfgang Supper.

Das funktionierte durchaus erfolgreich – doch für den Lieferverkehr konnte über die Jahre keine Einigung oder Ausnahmeregelung mit den Behörden gefunden werden. Es wurde sogar noch schwieriger: Der Umbau des Kötnerholzwegs  brachte weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen wie Poller und Fahrradbügel mit sich. Mit dem Ergebnis, dass eine reibungslose, der Straßenverkehrsordnung entsprechende Anlieferung der empfindlichen Ware nicht mehr möglich war. Nach zwanzig Jahren Auseinandersetzungen mit Behörden und Bezirksrat hat Inhaber Ingmar Hampe sich daher entschlossen, sein Geschäft zu schließen.

Die Schließung des Geschäftes ist nicht nur ein großer Verlust für Linden. Sie ist auch exemplarisch für mehrere Entwicklungsstränge, die "tote Zonen", Großversorger und Filialisierung auf Kosten von Lebendigkeit, Qualität und Vielfalt begünstigen.  Aber dafür haben wir ja immerhin einen leeren, maximal beruhigten Platz für die Entsorgung unseres Leerguts und ausgedienter Klamotten.

Ingmar Hampe wird zunächst seiner Schwester und AKL-Vereinsmitglied Martina Kreinhacke bei ihrem Party-Service unter die Arme greifen, der bis auf Weiteres unter gleichen Namen erreichbar ist.

Viel Glück – und danke für den Fisch.

 

 

 

. oben rechts aktuelles und hinweise

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